Besuch beim Maskenschnitzer

Im Rahmen des Museumsprojekts durften wir, sechs Schüler aus der Klasse 7a, den Maskenschnitzer Josef Kleisl in Partenkirchen besuchen.
Name: Josef Kleisl
Geboren: 1929 in Partenkirchen
Erlernter Beruf: Holzbildhauer
(während des Zweiten Weltkrieges: Prothesen für Kriegsversehrte geschnitzt)
Ausgeübter Beruf:  Chef der Polzeidienststelle GAP
Sportliche Karriere:  Skispringer (Deutscher Meister 1951/1952 und Olympiateilnehmer 1952 und 1956)

Herr Kleisl hatte sich bereit erklärt, uns zu zeigen, wie so eine Maske entsteht.
Als wir in seiner Werkstatt ankamen, begrüßte er uns freundlich und hatte schon sehr viel Anschauungsmaterial für uns vorbereitet, so z.B. Holzstücke, angefangene Larven, fertige Masken, Stemmeisen, Stechbeitel und Klüpfel. Er sagte uns, welche Holzarten, nämlich Zirbel und Linde, er zum Schnitzen bevorzuge. Anschließend erklärte und demonstrierte er uns, wie aus einem (Holz-) Rohling eine Maske entsteht. Dabei misst er den Mittelpunkt des Rohlings aus, wo die Nase als erstes aus dem Holz herausgeschlagen wird. Von der Nase aus wird der  Abstand mit einem Zirkel ausgemessen, so dass die Augen zueinander symmetrisch sind. Dann beginnt Herr Kleisl die groben Konturen aus dem Holz zu schlagen.

Die Motive für die Larven nimmt der Künstler aus seinem Gedächtnis, von Bildern und zum Teil von echten, lebenden  Vorbildern.

Je nach Motiv dauert die Anfertigung einer Larve 1 bis 3 Tage. Insgesamt fertigte Josef Kleisl bestimmt schon mehrere hundert Stück an und nur sehr schwer trennt er sich von seinen Kunstwerken.

Meistens malt er seine Masken selber an, aber besondere Stücke lässt er fassen.

Josef Kleisl schnitzt jedoch nicht nur Masken, sondern auch Figuren, die im Vergleich zu den Masken Monate dauern. Eigentlich erlernte er in einer dreijährigen Lehrzeit den Beruf des Holzbildhauers, spezialisierte sich aber später auf das Schnitzen von Masken. Dabei stellt er die Masken nicht für den Verkauf her, sondern es bereitet ihm nach wie vor großes Vergnügen das Holz zu bearbeiten.

 

Schüler der Klasse 7a
Schuljahr 2001/2002
Lehrerin: Sonja Völk
Fotos: Bernd Schober